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am 26. August

Bio statt Billigfleisch

Marion Anna Mühlberger - Bio-Fleisch ist teuer – weil es ein großer Aufwand ist, auf Tierwohl und gute Haltung ohne Antibiotika und mit genügend Auslauf zu achten. Aber es zahlt sich aus, bewusst gute Qualität zu genießen – für den Geschmack und für unsere Gesundheit.

Das Hauptnahrungsmittel in Österreich ist Fleisch und betrifft somit auch den Hauptanteil unserer landwirtschaftlichen Produktion. Das heißt, dass wir zum Großteil Lebensmittel wie Obst und Gemüse importieren müssen, da wir zu wenig haben. Fleisch jedoch, wird in Österreich im Überschuss produziert und wiederum exportiert. Beim Fleischkonsum ist Österreich sogar Spitzenreiter - Platz 3 in der EU und weltweit Platz 15. Im Jahr isst ein Österreicher/eine Österreicherin ca. 65 kg Fleisch. 

Das größte Problem der österreichischen Fleischproduktion ist jedoch, dass Soja aus Südamerika importiert wird, um unsere Nutztiere günstig füttern zu können, was hauptsächlich in der Massentierhaltung vorkommt. Das ist das sogenannte Billigfleisch. So werden jährlich zwischen 550.000 und 600.000 Tonnen gentechnisch verändertes Soja importiert - und dafür wird ein Teil des Regenwaldes abgeholzt. 
 
Weltweit leiden 795 Millionen Menschen oder 11 % der Menschen an Hunger, dennoch werden 90 % der Sojaproduktion und 30 % der weltweiten Getreideernte an Tiere verfüttert und gehen somit für den Menschen als Nahrung verloren.

Nicht nur die Abholzung und das Aussterben der Tiere im Regenwald sind ein Problem, sondern auch die enorme Menge an Treibhausemissionen, die durch Tierhaltung, Pestizide, Düngemittel und Transport entstehen. Somit sind Fleisch und tierische Produkte, jene Lebensmittel, mit der größten Umweltbelastung. 

In Summe erzeugt die Ernährung der Österreicherinnen und Österreicher rund 12,5 Millionen Tonnen CO2eq und damit mehr als der Personenverkehr auf den Straßen Österreich (12 Millionen Tonnen CO2eq). 
 
Weiters wird Tierfutter mit Antibiotikum angereichert, um Krankheiten von Tieren zu behandeln und sogar vorzubeugen, was wiederum schlecht für uns ist. Es steigt nämlich das Risiko, dass Bakterien immer resistenter gegen Antibiotikum werden und Antibiotikum als medizinische Behandlung beim Menschen nicht mehr wirkt.

Im Jahr 2016 wurden in Österreich 44,41 Tonnen Antibiotika zur Behandlung von Nutztieren in Umlauf gebracht.
 
Bei der Bio-Produktion ist das jedoch anders. In der biologischen Nutztierhaltung dürfen weder gentechnisch veränderte Futtermittel, Chemische Düngemittel, noch Antibiotikum zur Vorbeugung verwendet werden. Die Tiere werden mit mehr Platz gehalten und können sich somit besser in den Ställen bewegen. Auch das sehr umstrittene Töten von männlichen Küken wird in der biologischen Landwirtschaft nicht geduldet. 
 
Bewusster Fleischkonsum und tierische Produkte aus Biohaltung sind also nicht nur besser für Mensch und Tier, sondern auch eine Wohltat für die Umwelt. 
 
Wer in Döbling abseits der Bio-Abteilung im Supermarkt beim Einkauf bewusst bio wählen und dabei etwas Gutes für sich und die Umwelt tun will, findet hier Fleisch in Bioqualität:



​Quellenangaben: 

  • STATISTIK AUSTRIA (2017) Versorgungsbilanz von Fleisch nach Arten 2011 bis 2016       
  • UMWELTBUNDESAMT (2017) Klimaschutzbericht 2016
  • AGES (2017) AURES 2016 – Resistenzbericht Österreich
  • BUNDESANSTALT FÜR AGRARWIRTSCHAFT (2014) Versorgung Österreichs mit pflanzlichem Eiweiß –Fokus Sojakomplex
  • FAO (2017) Food Balance Sheets. Food supply quantity
  • BMLFUW (2017) Grüner Bericht 2017  
  • ALEXANDER et al (2016) Human appropriation of land for food: the role of diet. Global Environmental Change, 41, 88-98