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am 3. Februar

Hurra, der Radweg Krottenbachstraße kommt!

Katharina Kunz, Peter Kristöfel - Nach 30 Jahren Gegenwind kommt endlich Bewegung in das Projekt "Radweg Krottenbachstraße". Vorteile, Fakten und mehr!

Eine Visualisierung des geplanten Radwegs.

Kinder, die in die Schule radeln, eine morgendliche Einkaufsfahrt zum Sonnbergmarkt, mit dem Rad zur S-Bahn und dann weiter ins Büro: Sichere Radwege bringen die Menschen dazu, aufs Rad umzusteigen. Das Angebot steuert, wenn der Raum begrenzt ist, die Nachfrage. Gäbe es keine Öffis, würde auch niemand damit fahren. Die Hauptgründe, das Rad nicht zu nützen, sind brenzlige Situationen im Straßenverkehr. Was also tun, wenn die Klimakrise es nötig macht, den Autoverkehr zu reduzieren und auf klimafreundliche Verkehrsmittel umzusteigen? In sichere Radinfrastruktur investieren! Genau das soll im Krottenbachtal passieren.

Der Radweg entlang dieser Strecke ist eine der ältesten Grünen Forderungen im Bezirk. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: die Krottenbachstraße ist breit, relativ eben und führt von einem bevölkerungsreichen Außenteil des Bezirks zu Schulen, zur Obkirchergasse mit ihren Geschäften, zur S-Bahn und zu wichtigen anderen Radverbindungen.

Schon in den 90ern haben die Grünen einen Radweg im Krottenbachtal gefordert und bereits im Jahr 2002 hat der damalige Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) diesen Radweg angekündigt (www.ots.at/presseaussendung/OTS_20020621_OTS0105/schicker-stellt-radwege-projekt-fuer-doebling-vor). Gekommen ist er nicht. Unter der früheren Verkehrsstadträtin Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (GRÜNE) wurde für das Projekt eine Machbarkeitsstudie auf der Grundlage von einem Planentwurf beauftragt, die nun auch dem Bezirk vorliegt. Im Bezirksparlament wurde der Mehrparteien-Antrag für diesen Radweg am 17.12.2021 mehrheitlich beschlossen.

Die Fakten

Im Jahr 2024 werden die Hauptwasserleitungen entlang der Krottenbachstraße erneuert. Im Zuge des Aufgrabens ist die Errichtung eines baulich getrennten Zweirichtungsradwegs auf der Nordseite (gerade Hausnummern) geplant. Der Radweg soll auf einer Länge von 3 km von der Cottagegasse zum Kreisverkehr Agnesgasse führen. Die Machbarkeitsstudie empfiehlt eine Kompromisslösung auf Kosten eines Längsparkstreifens, um auf dem vorhandenen Querschnitt eine hochwertige Anlage zu realisieren. Denn der Öffentlichen Verkehr muss fließen, die bestehenden Baumalleen erhalten werden und auch zu Fuß gehende brauchen genug Platz. Zusätzlich enthält die Studie Varianten zur Verbindung über die Obkirchergasse zur Grinzinger Allee (Radfahren gegen die Einbahn) und eine Weiterführung über die Cottagegasse zur Peter Jordan-Straße, was die Nord-Süd-Verbindung wesentlich verbessern wird.

Einer der wichtigsten Grundsätze: „Unter Berücksichtigung der schwierigen Rahmenbedingungen wird eine Radverkehrsanlage mit möglichst hoher Attraktivität und Qualität für alle VerkehrsteilnehmerInnen konzipiert.“

Was sich ändern wird

Stellplatzverluste wird es geben – zwischen Cottagegasse und Felix-Dahnstraße ca. 149, am Abschnitt weiter zum Kreisverkehr ungefähr 50, wobei auf diesem Abschnitt durch das Parkpickerl viele Parkplätze frei geworden sind. Im dicht bebauten Abschnitt gilt es Lösungen zu suchen – viele Garagenplätze in der Umgebung stehen leer, auch in der Merkur/Billaplus-Garage gibt es freie Kapazitäten. Da der Radweg im Krottenbachtal erst 2024 errichtet wird, haben wir jetzt Zeit, den Bedarf zu erheben und gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, die niemanden vor den Kopf stößt und gleichzeitig ein Fortschritt in Richtung Klimaschutz und Sicherheit ist. So wird heuer ein umfassendes Mobilitätskonzept für den ganzen Bezirk erstellt, damit wissenschaftliche Planungsgrundlagen zur Verfügung stehen.

Durch Errichtung des neuen Radwegs kommt es aber auch zu einer Verbesserung für die FußgängerInnen, so werden etwa Anrampungen und Gehsteigvorziehungen errichtet, es sind neue Zebrastreifen (Siolygasse) und Querungshilfen vorgesehen. Geschwindigkeiten, Lärm und Abgase werden reduziert.

Die 35A-Haltestellen auf der Radwegseite werden zu Kaphaltestellen umgebaut, bei der Station Obkirchergasse wird ein Wartehäuschen den Komfort für die Wartenden deutlich erhöhen. Dazu wird der 35A durch die Stationsverlegung vor Ampeln und automatische Grünphasen beschleunigt.

Obkirchergasse

Für die Obkirchergasse wurde kein eigener Radweg, sondern eine Variante mit Radfahren gegen die Einbahn mitgeplant. Diese Variante sieht einen Verlust von rund 25 Stellplätzen vor, sämtliche Garagen und Hofausfahrten bleiben unbehelligt. Der Gewinn ist ungleich größer: kein gefährliches Ausparken aus Schrägparkplätzen mehr, mehr Aufenthaltsqualität für das bestehende und das neue Einkaufspublikum, das mit dem Rad im Grätzel unterwegs ist. Eine Aufwertung und ein Aufschwung für die regionale Wirtschaft. Wir Grüne bleiben allerdings dabei, dass in der Obkirchergasse eine Begegnungszone die ideale Lösung wäre

Raum zurückgeben

Der Radweg Krottenbachstraße wird viele dazu motivieren, auf das Rad umzusteigen. Der öffentliche Raum, der uns allen gehört, wird auf diesem Abschnitt nicht länger nur von stehenden Autos verstellt sein. Sichere Radwege für alle von 8 bis 80 ermöglichen umweltfreundliche und gesunde Mobilität. Und auch die AutofahrerInnen werden von dieser Lösung profitieren, denn je mehr auf ein Auto verzichten, weil sie sicher und schnell mit dem Rad vorankommen, umso mehr Platz haben die, die auf ein Auto angewiesen sind. Die Chance, dem Radverkehr in Döbling den Stellenwert zu geben, den er verdient und den das Klima braucht, darf nicht wieder ungenutzt verstreichen.