Bezirke
Navigation:
am 31. Juli

Radfahren für alle

Team Redaktion - Radfahren boomt. Ganz Wien tritt in die Pedale. Doch der Bezirk ignoriert leider die Bedürfnisse der Radlerinnen und Radler in Döbling.

Sommer, Sonne, Corona – ideal, um aufs Rad umsteigen. Leider werden in Döbling Radfahrerinnen und Radfahrer durch fehlende Infrastruktur und umständliche Umwege konsequent daran gehindert, ihr Mobilitätsbedürfnis erfüllen zu können. Ziel einer umsichtigen Bezirkspolitik müsste sein, dass ein 12-jähriges Schulkind sicher alleine in die Schule radeln kann. Davon ist Döbling weit entfernt.

Es ist uns Grünen zwar gelungen, ein allgemeines Bekenntnis zur Krottenbachroute und zur Öffnung einiger weniger Einbahnen zu erreichen, aber mehr geht mit der Schwarz-Blauen Mehrheit im Bezirk leider nicht. Bezirksvorsteher Daniel Resch schiebt den schwarzen Peter im Bezirksblatt dem Rathaus zu, gleichzeitig lehnt die ÖVP im Tandem mit der FPÖ sämtliche Verbesserungsvorschläge kategorisch ab. Ohne Bereitschaft vom Bezirk kann auch die Stadtregierung nur wenig erreichen.

Radfahren ist in der Stadt eine optimale, klimaschonende Fortbewegungsmöglichkeit. Es stärkt die Grätzeln und hält die Kaufkraft im Bezirk. In einer Stadt der kurzen Wege sind geöffnete Einbahnen eine sinnvolle und sichere Maßnahme, um schnell und ohne Umwege unterwegs zu sein. Die Radlobby Wien hat 2015 und 2020 alle Einbahnen in Wien analysiert und eine spannende Übersicht erstellt (www.radlobby.at/wien/einbahnen ).

Das Ergebnis: Döbling landet dabei am LETZTEN Platz aller Bezirke mit dem geringsten Anteil an geöffneten Einbahnen. Ganze 4 der 40 Kilometer Einbahnen stehen in unserem Bezirk für den Radverkehr in beide Richtungen zur Verfügung.

Den höchsten Anteil an geöffneten Einbahnen hatte lange der Alsergrund, im Zeitraum 2015 bis 2020 sind Währing und die Leopoldstadt vorbeigezogen und haben nun die Führung übernommen. In Währing sind mittlerweile 73% der Einbahnen geöffnet, durchschnittlich sind es in Wien 46%, in Döbling gerade einmal 11%

Ein Blick über unsere Bezirksgrenzen ins Cottage oder ins Schubertviertel zeigt, wie einfach es wäre, Einbahnen zu öffnen und Radfahren zu fördern. Nur 1,3 km echte, baulich getrennte Radwege ermöglichen in Döbling sicheres Radfahren für Alt und Jung. Und die enden, wie man auf dem Bild sieht, oft im Nichts. Eine gerechte Aufteilung des öffentlichen Raums sieht anders aus.

Der Bezirksvorsteher und die Bezirksvertretung sind für das Öffnen von Einbahnen und die Errichtung von Radabstellplätzen zuständig. Wir Grüne stellen dazu immer wieder Anträge, die regelmäßig von Schwarz-Blau abgelehnt werden. Höchste Zeit, dass der Radverkehr in Döbling grünes Licht bekommt und Döbling nicht länger Schlusslicht bleibt!