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am 15. März

Unfallstelle endlich entschärfen!

Team Redaktion - Anfang März kam es auf der Grinzinger Allee erneut zu einem gefährlichen Unfall – wir fordern, dass endlich wirksame Maßnahmen für eine sichere Querung gesetzt werden.

Unfall Grinzinger Allee

Unfallopfer Barbara über den gefährlichen Schutzweg - wie oft muss hier noch etwas passieren?

„Ich war mit meinen Kindern mitten auf dem Zebrastreifen, da kommt von rechts ein Auto – niemals hätte ich gedacht, dass es nicht stehenbleibt. Es ging ganz schnell, plötzlich war alles schwarz und es hagelte Schläge von allen Seiten.“ Als Barbara wieder zu sich kam, galt ihre erste Sorge den Kindern.  Der jüngere Sohn (3) zeigte Schocksymptome, seine Gehirnerschütterung wurde 2 Nächte im Krankenhaus beobachtet. Alles in allem hatte Barbaras Familie Glück im Unglück.
 
Brenzlige Situationen stehen an der Kreuzung Grinzinger Allee/Huschkagasse/An den Langen Lüssen nahezu auf der Tagesordnung. Erst kurz zuvor war eine Frau mit Kinderwagen angefahren worden. Immer wieder kann man an dieser Stelle waghalsige Überholmanöver, Nicht-Beachten des Tempolimits oder gefährliche Begegnungen zwischen Kindern, Fahrzeugen und der Straßenbahn beobachten.

Wir fordern eine sichere Querung an dieser Stelle – es kann nicht sein, dass ein Schutzweg die schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen nicht schützt, sondern in Gefahr bringt.

Wichtige Maßnahmen wären Schwellen auf beiden Seiten vor dem Schutzweg und eine Erhöhung des Schutzweges auf das Niveau des Gehsteigs. Da der 38er einen eigenen Gleiskörper hat – auf den auch der Nachtbus ausweichen kann – spricht nichts gegen diese Maßnahmen.

​TÖDLICHE GEFAHR

Im September 2017 wurde auf dem Schutzweg auf der Kuppe eine Pensionistin beim Überqueren des Zebrastreifens in Richtung Huschkagasse überfahren und kam gemeinsam mit ihrem Hund zu Tode. Danach stellte die SPÖ, unterstützt von uns Grünen, den Antrag, hier eine Ampelanlage zu errichten, der Antrag blieb folgenlos. Lediglich so genannte "Lane Lights" wurden eingebaut, die am Tag unsichtbar sind, nachts irritierend blenden und mittlerweile auch nicht mehr voll funktionstüchtig sind.

​PETTITION ERREICHT TEMPOLIMIT

Zwischen 2017 und Anfang 2020 gab es laut Unfallstatistik Austria fünf Unfälle mit Personenschaden in diesem Kreuzungsbereich. 2019 startete die engagierte Anrainerin Katharina Hemmelmair eine Petition, 800 Anrainer*innen ersuchten mit ihrer Unterschrift, die Kreuzung zu entschärfen. Leider vergeblich.

„Um weitere Unfälle zu vermeiden, wäre die Errichtung einer Ampel zweckmäßig", erklärte ARBÖ-Landesgeschäftsführer Günther Schweizer (Zitat aus den Stellungnahmen rund um die Petition). Die Landespolizeidirektion Wien teilte mit, dass „die Umsetzung der Forderung nach einer Ampelregelung oder anderen tempodrosselnden Maßnahmen aus verkehrspolizeilicher Sicht im Hinblick auf die Steigerung der Verkehrssicherheit und Reduzierung von Gefahrenquellen empfehlenswert scheint.” Und weiter: „Eine Erhöhung des Bodenniveaus des Schutzweges scheint ratsam.“

Der Bezirksvorsteher und die Verkehrsabteilung sahen das offensichtlich nicht so, schließlich konnte aber als Kompromiss immerhin ein Tempolimit durchgesetzt werden. Doch die im Juli 2020 eingeführte, punktuelle 30er-Beschränkung zwischen Hungerbergstraße und Grinzinger Straße ist, wie man sieht, einfach nicht genug. Darüberhinaus ist die Beschilderung nicht klar, weder für Einbiegende aus der Daringer Straße noch für jene Lenker*innen, die aus Grinzing kommen und weit nach rechts über zwei Gleise hinweg zu dem Schild schauen müssen.

JETZT HANDELN

Die neuralgische Unfallstelle liegt auf einer Kuppe zwischen Straßenbahn, Garage und mehreren Querstraßen. In unmittelbarer Nähe befinden sich Kindergarten und Hort. Es ist in unser aller Interesse, dass Kinder selbständig ihren Schulweg zurücklegen können. Es gilt daher alle nötigen Maßnahmen zu treffen, um sie dabei zu unterstützen und zu schützen. Wir müssen an dieser gefährlichen Stelle schnellstmöglich sichere Querungen für alle Fußgänger*innen ermöglichen. Schwellen vor dem Schutzweg und eine Erhöhung ihres Bodenniveaus sind kostengünstige und rasch herzustellende Maßnahmen.

Was muss hier noch passieren, damit endlich etwas passiert, Herr Bezirksvorsteher?