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am 14. Februar

ÖVP und FPÖ verhindern soziales Wohnbauprojekt

Hedi Binder, Peter Kristöfel - Im Bauauschuss am 11. Februar stoppten ÖVP und FPÖ ein soziales Wohnbauprojekt in der Heiligenstädter Straße und erteilten damit der Schaffung von Wohnraum für Kinder, Jugendliche, Frauen und Pflegebedürftige eine klare Absage.

Das geplante Wohnhaus für Kinder, Jugendliche, SeniorInnen und Frauen in Notlagen ist das einzige soziale Wohnbauprojekt, das in den vergangenen Jahren in Döbling beantragt wurde. Im Bauausschuss am 11. Februar 2020 stimmten ÖVP und FPÖ nun gegen die erforderliche Genehmigung für das Projekt in der Heiligenstädterstraße 172. Damit verhindern sie die Schaffung von Wohnraum für die, die ihn wirklich brauchen.

Das Konzept im Detail: das Grundstück zwischen der stark befahrenen Heiligenstädter Straße und der Eisenbahnstraße ist für Immobilienentwickler denkbar unattraktiv. Hier sollte das geplante Wohnprojekt „Volkshilfe-Hafen” im Erdgeschoß einen offenen Begegnungsraum mit Café für die BewohnerInnen und BesucherInnen aus ganz Döbling bieten. Darüber Wohneinheiten für Frauen in prekären Situationen, für Pflegebedürftige mit Wohnungen für die BetreuerInnen sowie einer Wohngemeinschaft für Kinder und Jugendliche und Gemeinschaftsräumen.

Obdachlose und Drogensüchtige am Nußdorfer Platzl - was eine kleine Gruppe besorgter AnrainerInnen im Vorfeld befürchtete - werden durch genau solche Wohnprojekte verhindert: Frauen, die in Folge von Partnergewalt oder einer anderen Notlage auf der Straße landen, werden in Übergangswohnungen aufgefangen, Jugendliche bekommen Halt und ein sicheres Zuhause.

Der Bau ist laut Plan auf Seite der Eisenbahngeleise um 1,53 m und straßenseitig um 16 cm höher als es in der Bauordnung vorgesehen ist. Damit ist eine Genehmigung des Bezirks erforderlich, die ÖVP und FPÖ nun verweigert haben. Die Abweichung beträgt deutlich weniger als 10% und in der Vergangenheit wurden schon viel größere Abweichungen mit schwarz-blauer Mehrheit genehmigt, wenn es für Investoren genehm war. Das Verhalten von ÖVP und FPÖ ist hier scheinheilig und populistisch. 

Wiir brauchen in Döbling nicht noch mehr exklusive Luxusdomizile, die Investoren reich machen. Wir brauchen leistbaren Wohnraum für Frauen, Auffangnetze für Kinder und Jugendliche in schwierigen Situationen und gute Lösungen für Pflegebedürftige. Daher hat die Bezirksrätin der Grünen mit der SPÖ für das Projekt gestimmt – leider vergeblich.

Quelle: Volkshilfe Wien - Planungsbild
Entwurf der Volkshilfe Wien - Copyright Volkshilfe