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am 1. September

Döbling muss cool werden

Team Redaktion - Heiße Viertel brauchen Abkühlung. Die Klimaerwärmung bringt für Städterinnen und Städter drastische Veränderungen mit sich. Vor allem in Grätzeln mit wenig Grünflächen sollte man sich dringend dagegen rüsten.

Dieser Sommer ist unbeständig, unberechenbar und heiß. Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass es so bleibt, und in den nächsten Jahren noch wärmer wird: Wetterkapriolen, heftige Unwetter und dazwischen lange Hitzeperioden sind typische Folgen des Klimawandels.

Gab es zwischen 1960 und 1990 pro Jahr durchschnittlich 8,9 Hitzetage, so stieg dieser Wert bis 2010 auf durchschnittlich 17 Hitzetage. Mittlerweile (2010 bis 2019) sind es beachtliche 27,8 Hitzetage mit mehr als 30 Grad. Allein 2019 gab es 38 Tage, an denen die Temperatur auf mindestens 30 Grad stieg, und 15 Nächte, in denen sie nicht unter 20 Grad sank.

Die ​​Wiener Hitzekarte​​​ zeigt deutlich, wo die urbanen Hitzeinseln in Döbling liegen. Die Karte bezieht Angaben über die Bevölkerungsstruktur mit ein und zeigt so, wo viele Kinder und ältere Personen leben, für die die Folgen hoher Temperaturen besonders gefährlich sind. Im Krottenbachtal etwa könnte das Gebiet rund um die Krim bis nach Sievering dringend Abkühlung brauchen, im dichtverbauten Panzerviertel sowie rund um die Heiligenstädterstraße bis hinaus nach Nußdorf ist es erheblich wärmer als in anderen Bezirksteilen.

In diesen so genannten „urbanen Hitzeinseln“ wird das Wetter zu einem gesundheitlichen Problem, besonders für ältere Menschen und Kinder. Schon seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich die Stadt Wien mit der​ ​​​Erforschung​​​​​​​ des Wärmeinseleffekts​​.​ Fazit: dicht verbaute Gebiete mit wenig Grünanteil erhitzen sich besonders stark. Es findet kaum Luftaustausch statt und auch in der Nacht gibt es wenig Abkühlung.

2015 entwickelte die Stadt Wien einen Strategieplan mit 37 Maßnahmen, von Fassadenbegrünung über beschattete Sitzmöglichkeiten, hellem Asphalt bis zu neuen Bäumen und Wasserinstallationen. In Döbling ist davon nicht sehr viel zu merken. Leider hat unser Bezirk auch das Angebot der Coolen Straßen nicht angenommen und auf erfrischende Zonen in der Nachbarschaft verzichtet.

 

Wir fordern daher:

  • Zusätzliche Bäume bei Straßensanierungen und Nachpflanzungen
  • Grüne Fassaden und heller Asphalt in den Hotspots
  • Nahversorgung und Grätzel stärken – für kurze Wege im Schatten
  • mehr Trinkbrunnen, etwa in der Gatterburggasse oder in der Heiligenstädterstraße
  • Bänke und Sitzgelegenheiten im Schatten