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am 28. Juli

Mehr Bäume für Döbling

Katharina Kunz - Ein Spaziergang durch eine schattige Allee oder über Asphalt zwischen zwei Häuserzeilen in der prallen Sonne – der Unterschied ist deutlich und zeigt die enorme Wirkung von Bäumen. Wir müssen dieses wertvolle Grün in unserem Bezirk erhalten, pflegen und fördern.

Bäume spenden Schatten und mindern auf natürliche Weise den Hitzestau im bebauten Gebiet. Gleichzeitig filtern sie gesundheitsschädlichen Feinstaub aus der Luft, absorbieren Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff. Wir in Döbling haben einzigartige Naturräume, wunderschöne Parks und den Wienerwald – aber in den städtischen Zonen gibt es deutlichen Verbesserungsbedarf. ​

Stadtbäume brauchen Platz und Pflege

Wir waren mit Klaus Wechselberger von der Innitiative Stadtbaum im Lokalaugenschein: Wer die Döblinger Straßenbäume genauer betrachtet, sieht vielerorts abgestorbene Äste, lichte Kronen und verfärbte Blätter. 80-jährige Giganten fristen ein trauriges Dasein mit viel zu wenig Platz zwischen großzügigen Asphaltflächen, Jungbäume werden nicht sorgfältig gepflegt, andere zu wenig bis gar nicht gegossen. Dazu kommen unbegründete Kronenschnitte, Umweltstress und Schädlingsbefall.

Die aktuell großzügig ausgebrachten Gießsäcke bei Jungbäumen haben leider auch negative Begleiterscheinungen wie die Ansiedlung von Ameisen in Verbindung mit Blattläusen, Schneckenzucht und Borkeninfektionen. Zudem erhitzt sich im Sommer das Kunststoffmaterial und die Gießwassertemperatur steigt enorm – das hat mit fürsorglicher Jungbaumpflege wenig zu tun.

Viele Eschen, Linden und Spitzahorne beschatten die Döblinger Straßen seit 80 und mehr Jahren. Eine Ausweitung ihrer Baumscheiben und achtsamere Pflege würde ihren Umweltstress erheblich reduzieren und uns noch viele Jahre saubere Luft und Abkühlung garantieren.

Sag mir wo die Bäume sind…?

Für Bauprojekte werden meist Bäume in ihren leistungsfähigsten und klimawirksamsten Jahren geopfert – das können Abgeltungszahlungen nicht wieder gut machen. Allein für das Projekt Cobenzl wurden etwa 60 Bäume unterschiedlicher Größe gefällt.

Dazu kommen viele alte Baumstümpfe und Baumlücken im Bezirk. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Vegagasse: 12 Baumleerstände
  • Weimarer Straße: 6 Baumlücken plus zahlreiche Bäume mit Borkenschäden
  • Peter-Jordan-Straße: 29 Baumscheiben warten auf Jungbäume
  • Brechergasse: 5 Leerstände, allgemein mäßiger Baumzustand

Es dauert viele Jahre, bis ein Jungbaum wirksam Schatten spendet und klimawirksam wird. Jeder Baum, der jetzt gepflanzt wird, ist eine Investition in die Zukunft. Wir setzen uns daher für eine konsequente Nachpflanzung ein, möglichst mit Baumarten, die durch ihre Kronenform einen günstigen Schatten- und Abkühlungseffekt haben. Die aktuell beliebten, weil angeblich resistenteren, Säulenarten sind nicht optimal

Am 18. Juni 2020 stellten wir in der Döblinger Bezirksvertretung den Antrag auf ehestmögliche Nachpflanzung der fehlenden Jungbäume. Der Antrag wurde angenommen, und wir hoffen, dass die Pflanzzeit im Herbst gut genutzt wird. Dennoch ist es ein Wettlauf mit der Zeit, da bei mangelnder Bewässerung und fehlender Bodenpflege alte Bäume schneller absterben, als neue nachwachsen. Nicht umsonst heißt es: Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor dreißig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.  

Für eine gute Zukunft brauchen wir eine ausgeglichene Baumbilanz.
Wir fordern daher:

  • ehestmögliche Nachpflanzung mit schattenspendenden Baumarten
  • verbesserte Pflege und ausreichendes Gießen der vorhandenen Bäume
  • Entsiegelung von Asphaltflächen und Baumscheibenausweitungen, um bessere Bedingungen für Bäume zu schaffen