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am 30. Mai

Es ist Zeit: Parkpickerl jetzt!

Peter Kristöfel - Wir Grüne Döbling fordern die umgehende Einführung des Parkpickerl in Döbling, damit Nerven und Umwelt geschont werden.

Das Problem

Döbling ist der Gratis-Parkplatz für alle, die sonst in Wien nicht mehr gratis parken dürfen. Gerade in den Randgebieten Döblings und rund um die Öffi-Stationen stehen sehr viele PKW ohne Wiener Kennzeichen. Die Situation wurde mit der Einführung des Pickerls in Währing extrem verschärft, was alle beteiligten gewusst haben (1). Währing atmet dafür auf, die Parkplatzprobleme haben sich dort sehr entspannt.

Umweltschonende Problemlösung

Das Parkpickerl bringt mehr freie Parkplätze in Döbling. Denn Autos, die nicht aus Döbling sind, dürfen dann nicht mehr den ganzen Tag durchgehend hier parken. Sowohl der Einpendel- als auch der Innerstädtische Verkehr werden stark reduziert. (2) Das hat folgende Konsequenzen:

  • kürzere Parkplatzsuche
  • weniger Staus
  • weniger CO2
  • weniger Lärm
  • weniger Feinstaub
  • weniger Stickoxide

Kurz gesagt: mehr Lebensqualität für alle Döblingerinnen unD Döblinger.

Die Folgen

Die Parkplatzsuchzeiten verringern sich, der Lieferverkehr findet wieder Möglichkeiten zu parken und es wird Platz frei, um Döbling besser zu machen: weniger Blockaden des 37ers, Gehsteigverbreiterungen an zu schmalen Stellen, Platz für Bäume um der Klimakrise lokal entgegenzuwirken u.v.m..

Die Kosten

Öffentlicher Raum ist in einer wachsenden Stadt ein wertvolles Gut. Die private Nutzung von öffentlichem Raum darf ruhig etwas kosten. Weder ist das Pickerl unleistbar teuer, denn gemessen an den Gesamtkosten für ein Auto ist der Betrag für das Parken verschwindend gering. Noch saniert sich die Stadt Wien damit. Einnahmen von 170 Millionen Euro hören sich viel an, aber das ist etwas mehr als 1% vom Stadtbudget von ca. 15 000 Millionen Euro. Und die Verwaltung und Überwachung kostet auch einiges. Die Einnahmen sind zweckgebunden für die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur (Öffis, Park-and-Ride, Verkehrssicherheit, …). (3) Trotzdem sind wir uns der finanziellen Folgen für die einzelnen Bürgerinnen und Bürger bewusst – es braucht günstige und schnelle Mobilitätsalternativen. Für Betriebe und deren Angestellte gibt es übrigens viele Ausnahmen, damit die Wirtschaft keine Nachteile hat. Und Befreiungen von der Abgabe gibt es für alle, bei denen es Sinn macht. (4)

Die Zeiten

Ist das Parkpickerl in dieser Form das beste Modell? Eher nicht. Es gab schon viele Verbesserungen durch Anrainerparken, Ausnahmen, etc.. Und aktuell wird ja wieder mal die City-Maut diskutiert. Um die Klimaziele zu erreichen bedarf es aber an mehr Anstrengungen: Öffis weiter ausbauen, eine kleinteilige Parkraumbewirtschaftung (also mehrere Zonen pro Bezirk), mehr Radfahrinfrastruktur (baulich getrennt von Zu-Fuß-Gehenden und vom motorisierten Verkehr) und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen. Aber eine Lösung für Wiens Verkehrsproblem kann erwiesenermaßen nicht in 23 unterschiedlichen Bezirkslösungen bestehen.


  1. 2012 wurde von der Stadt Wien bereits eine Studie​​​ erstellt, wie sich die Einführung der Parkraumbewirtschaftung in den einzelnen Gebieten auswirkt. Sowohl die Autofahrerclubs, als auch alle Politikerinnen und Politiker haben das gewusst.
  2. Der Stadtentwicklungsplan 2025​​​ sieht vor den Anteil des motorisierten Individualverkehrs auf 20% aller zurückgelegten Wegstrecken bis 2025 zu senken. Wie das gehen soll beschreibt das Fachkonzept Mobilität.
  3. Rechnungsabschluss 2016​​ der Stadt Wien (Achtung, schwer lesbar!) und der Link von Punkt (3).
  4. Alles rund ums Parken in Wien, alle Voraussetzungen und Kosten finden Sie auf den Seiten​​ der Stadt Wien.